Chiemgau Team Trophy 2020

Was macht ein Radlfahrer eigentlich im Winter? Cross-Saison ist vorbei, immer nur Rolle ist auch langweilig. Zum Glück wohnen wir nicht nur in einer super Radlgegend sondern auch noch in einer Gegend mit spitzen Langlaufmöglichkeiten. Ein Langlauf-Highlight ist die Chiemgau Team Trophy, bei der die Langlaufzentren Inzell, Ruhpolding und Reit im Winkl zu einer 47 km langen Route verbunden werden. Zwischendrin gibt es Verpflegungsstationen, Wechselkleidung wird zum Ziel transportiert, Shuttlebusse und und und. Kein Rennen, einfach nur Genusslanglaufen, eine super Veranstaltung. Entsprechend schnell sind die 1000 zur Verfügung stehenden Startplätze auch immer ausgebucht. Zum Glück bekommen wir vom Verein immer ein paar Karten fürs Helfen beim Chiemsee-Triathlon im Sommer.

Dieses Jahr hat nur das Wetter einen Strich durch die Rechnung gemacht. Bis Mitte Januar ist so gut wie kein Schnee gefallen. Deshalb hat eigentlich auch schon keiner mehr damit gerechnet, dass die Chiemgau Team Trophy dieses Jahr stattfinden kann. In Inzell und Ruhpolding geht fast gar nichts zum Langlaufen, nur in Reit im Winkl sind einige Loipen gespurt. Der Veranstalter hat sich deshalb kurzfristig entschlossen, eine knapp 30 km lange Runde mit Start und Ziel im Langlaufstadion in Reit in Winkl zusammen zu stellen.

Vom RFV waren dieses Jahr Wini, Bernd, René, unser Neuzugang Bernhard und ich (Martin) am Start. Vor dem Start gab’s noch Frühstück im Festsaal und um 9:00 ging’s los. Bis sich 1000 Läufer in Bewegung setzen, dauert es schon ein bisschen. Direkt nach dem Start hat es auch gleich drei von uns im Getümmel geschmissen. Neben mir ist eine Sonnenbrille gelegen, die ich vorsichtshalber aufgehoben habe, damit nicht 1000 Leute drüber fahren. Wenn ich gewusst hätte, dass sie René gehört, hätte ich sie nicht an den Rand geschmissen. Die erste Zeit war schon ein ziemliches Gedrängel. Aber längere Wartezeiten an Engstellen gab es trotzdem nicht. Die Abfahrt hinter den Skisprungschanzen Richtung Seegatterl ist auch alleine schon nicht ohne, mit dem eisigen Untergrund und den vielen Läufern, war sie nicht einfacher. Der Anstieg nach Seegatterl ist zwar nicht steil, zieht sich aber. Die Verpflegungsstation bei der Sachenbacheralm war dann aber doch schnell da. Jetzt weiß ich auch, was die Kollegen, die letztes Jahr schon dabei waren, gemeint haben, dass man mit positiver Kalorienbilanz raus geht. Das Essensangebot ist einfach phänomenal: Loipenfutter (selbstgebackene Müsliriegel), Milchreis, Bratwurstsemmeln, Kuchen, lecker! Bis man schaut, ist eine halbe Stunde um. Die Pausen vergehen immer so schnell. Die halbe Strecke haben wir allerdings schon hinter uns und zurück geht’s eher mehr bergab. Vor allem zu den Sprungschanzen hoch, geht’s dann doch nochmal ziemlich bergauf. Jetzt macht es sich bei mir auch langsam bemerkbar, dass ich dieses Jahr noch keine 10 km gelaufen bin. Nur noch ein kleiner Anstieg im Wald hinter der Blindau, geschafft! Im Festsaal gab’s dann noch Rösti mit Gemüse. Wie gesagt, die Energiebilanz. Hat riesig Spaß gemacht. Großes Lob an die Veranstalter für die spitzenmäßige Organisation!

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